Schnittstellenmanagement

Gesamtkoordination des ordnungsgemäßen Zusammenwirkens aller sicherheitstechnischen Anlagen eines Objektes.

Problem:

Bei großen Bauvorhaben ist eine Vielzahl technischer Gewerke beteiligt um alle erforderlichen Sicherheitsfunktionen zu gewährleisten. Im Wesentlichen sind dies:

  1. Brandmeldeanlagen (BMA)
  2. Maschinelle Rauchabzugsanlagen (MRA) und Rauchschutzdruckanlagen (RDA)
  3. Natürliche Rauchabzugsanlagen (NRA)
  4. Lüftungsanlagen (RLT-Anlagen)
  5. Sicherheitsstromversorgungsanlagen
  6. Aufzugsanlagen und Sicherheitsaufzüge
  7. Elektroakustische Anlagen (ELA)
  8. Brandschutztüren und -tore, Rauchschürzen
  9. Gas-Löschanlagen
  10. Gas-Warnanlagen
  11. Sprinkleranlagen mit Nassalarmventilstationen
  12. Gebäudeleittechnik (GLT) sowie allgemeine MSR-Technik
  13. Übertragungseinrichtung zur Feuerwehr

Die sicherheitstechnischen Anlagenfunktionen der einzelnen Teilgewerke müssen dabei in geeigneter Weise zusammenarbeiten. Dies wird meist durch übergeordnete Steuerungen, wie Entrauchungssteuerung und Brandmeldeanlage, realisiert. Die Anforderungen an die Funktionalität stammen dabei im Wesentlichen aus dem Brandschutzkonzept, der Baugenehmigung und weiteren Detailabstimmungen mit den verantwortlichen öffentlich-rechtlichen Sachverständigen. Die Erfahrung zeigt, dass eine frühzeitige Koordination und Dokumentation der Zusammenhänge zwischen den sicherheitsrelevanten Anlagen sowie eine fortlaufende Überprüfung der Konsistenz der Planungs- und Dokumentationsunterlagen und der realisierten Anlagenfunktionen von großer Wichtigkeit für eine reibungslose Installation (Schnittstellen!), Prüfung, Inbetriebnahme und Abnahme ist. Letztendlich werden dadurch erhebliche Kosten für spätere Nachbesserungsarbeiten, wiederholte Abnahmeprüfungen und Dokumentationsnachbesserungen vermieden. Darüber hinaus werden eventuell aufgrund von Bauverzögerungen notwendige Interimsmaßnahmen mit einer klaren Schnittstellendefinition der Gewerke in der planerischen Entwicklung und in der kurzfristigen Umsetzung wesentlich unterstützt.

Dies ist elementarer Zweck unserer diesbezüglichen Ingenieurleistungen.

Leistungsbild:

  1. Prüfung des Vorhandenseins und der klaren Abgrenzung von Schnittstellen zwischen den beteiligten Gewerken in Planunterlagen, Leistungsverzeichnissen und Bauverträgen.
  2. Prüfung und Abgleich der in der Ausführungs- bzw. Montageplanung zu liefernden Matrizen für die Entrauchungssteuerung und die Programmierung der Brandmeldeanlagen einschl. evt. Schnittstellen zur Fassade.
  3. Prüfung auf Konsistenz der Unterlagen und Schnittstellen zu anderen Gewerken.
  4. Prüfung auf ausreichenden Informationsgehalt und sinnvolle, durchgängig einheitliche Bezeichnungsmuster.
  5. Überwachung des Erhalts der Konsistenz während des Planungs- und Ausführungsprozesses.

Optional

  1. Mitwirkung bei Tests, Inbetriebnahmen und Abnahmen
  2. Erstellung gewerkeübergreifender Schemata über das Zusammenwirken der sicherheitsrelevanten Anlagen.
    (Das Vorhandensein dieser Pläne ist Voraussetzung für eine effiziente Inbetriebnahme und Abnahme, sowie eine sichere Betriebsführung der komplexen Anlagenszenarien)
    Die zu erstellenden Pläne weisen die nachstehenden Merkmale auf:
    • Für jede Gesamtanlage bzw. jeden Brandabschnitt wird ein Blockschema mit allen beteiligten Teilanlagen erstellt. Darüber hinaus werden für die einzelnen Anlagen die wichtigsten Anlagenkomponenten (z. B. Meldergruppen, Entrauchungstaster, Entrauchungsventilatoren, Nachströmanlagen usw.) benannt.
    • Sämtliche Verknüpfungen innerhalb der Gesamtanlage und zu anderen Anlagen werden in übersichtlicher Form unter Angabe der Schnittstellengrenze ausgewiesen.
    • Für die am Szenario beteiligten Anlagen wird der entsprechende Überwachungs- bzw. Versorgungsbereich dargestellt.
    • Die Montageorte wichtiger steuerungstechnischer Komponenten wie z. B. Zentralen, Schaltschränke, Übergabeklemmstellen usw. sind aus den Schemata ersichtlich.
    • Weiterhin wird zu jeder der dargestellten Einzelanlagen darauf verwiesen, welche Revisionsunterlagen weitere Detailinformationen enthalten.
  3. Die Funktionseinheiten können dabei wie folgt gegliedert sein:
    • Überwachungsbereiche (Räume, Meldergruppen, Steuergruppen, Tore, Aufzüge usw.)
    • Versorgungsbereiche MRA (Zonen, Anlagen, Automationsstationen usw.)
    • Versorgungsbereiche NRA (Zonen, Zentralen, Abzüge, Nachströmöffnungen usw.)
  4. Zur Schemaerstellung benötigte Detailinformation, wie z. B. Signalflussrichtung, Auslösekriterien, interne Verknüpfung der Anlagen, werden aus den Planungs- und Dokumentationsunterlagen der Errichterfirmen entnommen.